Bilder entscheiden mit darüber, ob eine Website vertrauenswürdig wirkt. Ein Besucher sieht sie, bevor er den ersten Satz liest. Trotzdem werden sie oft ganz am Ende eines Projekts besorgt, wenn Zeit und Budget knapp sind. Dann landet das lächelnde Team aus der Bilddatenbank auf der Startseite, das man auf vielen anderen Seiten auch schon gesehen hat.
Es gibt drei grundsätzliche Quellen: eigene Fotos, Stockfotos und Bilder aus einem KI-Werkzeug. Keine davon ist immer die richtige. Es kommt darauf an, was ein Bild an seiner Stelle leisten soll.
Was Bilder auf einer Firmenwebsite leisten sollen
Manche Bilder zeigen etwas Bestimmtes. Ihr Team, Ihre Werkstatt, Ihr Produkt, ein abgeschlossenes Projekt. Hier zählt, dass es echt ist. Andere Bilder schaffen Stimmung oder illustrieren ein Thema, etwa ein Symbolbild zu einem Blogartikel. Hier ist Echtheit weniger wichtig als Passgenauigkeit.
Diese Unterscheidung hilft bei fast jeder Entscheidung. Wer zeigt, wer er ist, braucht eigene Fotos. Wer ein Thema bebildert, hat mehr Spielraum.
Eigene Fotos
Eigene Aufnahmen sind kaum zu ersetzen, wenn es um Menschen und Orte geht. Kunden möchten sehen, mit wem sie es zu tun haben. Ein ehrliches Foto Ihrer Mitarbeitenden in der echten Umgebung wirkt stärker als jede aufwendig ausgeleuchtete Szene aus einer Datenbank.
Ein Berufsfotograf lohnt sich vor allem für Porträts, Räume und Produkte. Vereinbaren Sie dabei schriftlich, wofür Sie die Bilder nutzen dürfen: Website, Social Media, Druck, zeitlich unbegrenzt oder befristet. Ohne klare Absprache ist später unklar, ob ein Foto auch auf der Messewand erscheinen darf.
Für den laufenden Bedarf reicht oft ein aktuelles Smartphone. Gutes Tageslicht, ein ruhiger Hintergrund und ein paar Versuche mehr machen den größten Unterschied.
Sind Personen erkennbar, brauchen Sie in der Regel ihre Einwilligung. Das ergibt sich aus dem Recht am eigenen Bild nach § 22 KUG und aus dem Datenschutz. Holen Sie die Einwilligung schriftlich ein und regeln Sie, was beim Ausscheiden aus dem Unternehmen gilt.
Stockfotos
Bilddatenbanken bieten Millionen Fotos zu fast jedem Thema. Sie sind schnell verfügbar, technisch meist einwandfrei und im Vergleich zu einem Fotoshooting günstig.
Der Nachteil liegt in ihrer Beliebtheit. Gute Motive werden von vielen Unternehmen gekauft. Es kann passieren, dass ein Mitbewerber dasselbe Bild auf seiner Startseite zeigt. Außerdem wirken viele Stockfotos gestellt. Händeschütteln vor Glasfassaden überzeugt kaum noch jemanden.
Achten Sie auf die Lizenz. Sie legt fest, wo und wie oft ein Bild genutzt werden darf und ob der Fotograf genannt werden muss. Auch „kostenlose“ Bilder stehen unter Lizenzbedingungen. Bewahren Sie für jedes Bild einen Nachweis auf, aus welcher Quelle es stammt und unter welcher Lizenz Sie es erworben haben. Bei einer Nachfrage nach Jahren sind Sie froh über diese Ordnung.
KI-Bilder
Bildgeneratoren erzeugen in Sekunden Motive, die es so nirgends gibt. Für Illustrationen, Hintergründe und Symbolbilder ist das eine echte Erleichterung. Sie beschreiben genau, was Sie brauchen, statt lange nach einem passenden Foto zu suchen.
Die Schwächen zeigen sich im Detail. Hände, Schrift und technische Geräte geraten oft fehlerhaft, und Gesichter wirken manchmal glatt und austauschbar. Prüfen Sie jedes Bild in voller Größe, bevor es online geht.
Rechtlich gibt es zwei Punkte zu beachten. Erstens sind rein KI-erzeugte Bilder in Deutschland meist nicht urheberrechtlich geschützt, weil ihnen die persönliche geistige Schöpfung eines Menschen fehlt. Das Amtsgericht München hat das im Urteil vom 13. Februar 2026 für KI-generierte Logos so gesehen. Andere dürfen solche Bilder dann unter Umständen einfach übernehmen. Zweitens müssen die Nutzungsbedingungen des Werkzeugs die gewerbliche Nutzung erlauben. Echte Personen, fremde Marken und bekannte Figuren haben in KI-Bildern nichts zu suchen.
Für täuschend echte Darstellungen kommen ab dem 2. August 2026 die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI Act hinzu. Wer KI-Bilder einsetzt, sollte sich also auch mit der Kennzeichnung beschäftigen.
Mischformen sind oft die beste Lösung
Sie müssen sich nicht für eine einzige Quelle entscheiden. Viele gelungene Websites kombinieren sie. Ein Fotograf liefert an einem Tag Porträts, Räume und typische Arbeitssituationen. Für Blogbeiträge und Infoseiten kommen Stockfotos oder KI-Illustrationen dazu, die in Farbe und Stil zum Rest passen.
Auch eigene Fotos lassen sich mit KI-Werkzeugen nachbearbeiten, etwa um einen störenden Gegenstand zu entfernen oder den Hintergrund zu erweitern. Achten Sie darauf, dass das Ergebnis nicht mehr verspricht, als Sie halten können. Ein Ladenlokal, das auf der Website doppelt so groß wirkt wie in Wirklichkeit, enttäuscht beim ersten Besuch.
Die drei Quellen im Vergleich
| Kriterium | Eigene Fotos | Stockfotos | KI-Bilder |
|---|---|---|---|
| Glaubwürdigkeit | hoch | mittel | eher gering bei Menschen |
| Einzigartigkeit | ja | nein | meist ja |
| Aufwand | hoch (Termin, Planung) | gering | gering bis mittel |
| Kosten | einmalig höher | pro Bild oder Abo | Abo oder pro Bild |
| Rechte | bei Ihnen bzw. vertraglich | laut Lizenz | oft kein Schutz |
| Geeignet für | Team, Räume, Produkte, Referenzen | Themenbilder, Hintergründe | Illustrationen, Symbolbilder |
Welche Quelle für welchen Zweck
- Startseite und Über-uns-Seite. Eigene Fotos. Hier entscheidet sich, ob Besucher Ihnen vertrauen.
- Leistungsseiten. Eigene Fotos von echten Arbeiten, ergänzt durch Grafiken, die Abläufe erklären.
- Produkte im Shop. Eigene Aufnahmen oder Herstellerbilder mit Lizenz. Kunden wollen sehen, was sie bekommen.
- Blogartikel und Ratgeber. Stockfotos oder KI-Bilder sind hier meist in Ordnung, solange sie zum Thema passen.
- Stellenanzeigen. Unbedingt echte Menschen aus Ihrem Unternehmen, sofern sie einverstanden sind.
Praktische Tipps für jede Bildart
Egal woher ein Bild kommt, es muss auf der Website gut funktionieren. Wählen Sie Ausschnitte, die auch auf dem Smartphone funktionieren, wo ein breites Bild schnell zum schmalen Streifen wird. Speichern Sie Bilder in einem modernen Format wie WebP und in einer Größe, die zur Anzeige passt. Ein Foto mit sechs Megabyte bremst jede Seite.
Geben Sie jedem Bild einen beschreibenden Alternativtext. Er hilft Menschen mit Screenreader und Suchmaschinen gleichermaßen. Und legen Sie einen Ordner an, in dem zu jedem Bild Herkunft, Lizenz und gegebenenfalls die Einwilligung abgelegt sind.
Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Fragen zu Lizenzen oder Einwilligungen im Einzelfall wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt.
Wie Bilder, Texte und Gestaltung zu einem stimmigen Auftritt werden, zeigen wir unter Webdesign und Firmenwebsites.