Die häufigste Frage zu Social Media lautet nicht, wie man gute Beiträge macht, sondern wo. Viele Unternehmen haben irgendwann auf mehreren Plattformen Profile angelegt und merken dann, dass sie keines davon richtig pflegen können. Das Ergebnis sind verwaiste Seiten mit dem letzten Beitrag vom vorletzten Sommer. Das schadet mehr als gar kein Profil.
Bevor Sie sich für eine Plattform entscheiden, helfen drei Fragen: Wen wollen Sie erreichen? Was wollen Sie erreichen? Und wie viel Zeit können Sie realistisch jede Woche investieren?
Die drei Fragen vor der Wahl
Wen wollen Sie erreichen?
Endkunden in der Region, Geschäftskunden in ganz Deutschland, Fachkräfte für offene Stellen oder Händler, die Ihre Produkte führen sollen? Jede Gruppe hält sich auf anderen Plattformen auf und erwartet dort andere Inhalte. Ein Handwerksbetrieb, der Auszubildende sucht, braucht einen anderen Kanal als ein Maschinenbauer, der Einkäufer erreichen will. Wie Sie solche Gruppen konkret beschreiben, zeigen wir am Beispiel des Briefings für eine neue Website.
Was wollen Sie erreichen?
Bekanntheit, Anfragen, Verkäufe, Bewerbungen oder schlicht Vertrauen bei Menschen, die Sie ohnehin schon kennen? Für Verkäufe ist eine Plattform mit guten Werbe- und Shopfunktionen wichtig. Für Vertrauen zählt vor allem, dass das Profil gepflegt und ansprechbar ist.
Wie viel Zeit haben Sie?
Seien Sie dabei ehrlich zu sich. Ein Kanal, auf dem Sie zweimal pro Woche etwas veröffentlichen und Kommentare beantworten, kostet schnell zwei bis vier Stunden in der Woche. Videoplattformen verlangen eher mehr. Planen Sie lieber einen Kanal gut als drei halbherzig.
Die Plattformen im Überblick
Instagram lebt von Bildern und kurzen Videos. Es eignet sich besonders für Branchen, die etwas zeigen können: Gastronomie, Handwerk mit sichtbaren Ergebnissen, Mode, Kosmetik, Einrichtung, Tourismus. Die kurzen Videos, Reels genannt, erreichen oft auch Menschen, die Ihnen noch nicht folgen. Stories eignen sich für spontane Einblicke in den Alltag. Für reine B2B-Themen ohne visuelle Seite ist Instagram meist schwierig.
Facebook hat bei jüngeren Menschen an Bedeutung verloren, ist aber für viele lokale Unternehmen weiterhin relevant. Gruppen in Orten und Stadtteilen werden rege genutzt, Veranstaltungen lassen sich gut bewerben, und viele Menschen nutzen die Plattform, um Öffnungszeiten oder Bewertungen nachzusehen. Facebook und Instagram teilen sich außerdem dieselbe Werbeplattform, was Anzeigen auf beiden Kanälen vereinfacht.
LinkedIn ist das berufliche Netzwerk. Wer Geschäftskunden oder Fachkräfte erreichen will, kommt kaum daran vorbei. In der Praxis erreichen Beiträge von Personen oft mehr Menschen als Beiträge von Unternehmensseiten. Geschäftsführung und Fachleute, die selbst Erfahrungen teilen, sind deshalb oft wirksamer als die offizielle Firmenseite. Werbung auf LinkedIn ist vergleichsweise teuer, lässt sich aber sehr genau nach Branche, Position und Firmengröße ausrichten.
TikTok
TikTok ist eine Plattform für kurze Videos mit einer eigenen Sprache: schnell, persönlich, oft humorvoll, selten hochglanzpoliert. Der Empfehlungsmechanismus spielt Videos auch Menschen aus, die Ihnen nicht folgen. Das macht Reichweite ohne große Fangemeinde möglich. Gut funktioniert TikTok für die Ansprache jüngerer Zielgruppen, etwa bei der Suche nach Auszubildenden. Voraussetzung ist, dass jemand im Unternehmen Lust hat, vor der Kamera zu stehen.
YouTube
YouTube ist zugleich soziales Netzwerk und Suchmaschine. Menschen suchen dort gezielt nach Anleitungen und Produktvorstellungen. Ein gutes Video beantwortet eine Frage noch Jahre später. Für erklärungsbedürftige Produkte, Software, Maschinen oder Dienstleistungen mit Ablauf ist YouTube deshalb oft eine lohnende, aber aufwendigere Wahl. Kurze Videos im Hochformat, Shorts genannt, bieten einen leichteren Einstieg.
Pinterest wird oft unterschätzt. Menschen sammeln dort Ideen für Projekte: Einrichtung, Hochzeit, Garten, Rezepte, Mode, Basteln. Beiträge werden lange gefunden und führen direkt auf Ihre Website. Für Onlineshops und Anbieter aus diesen Themenfeldern kann Pinterest mehr Besucher bringen als manches große Netzwerk.
Vergleich auf einen Blick
| Plattform | Stark für | Inhalte | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Endkunden, sichtbare Produkte, regionale Bekanntheit | Fotos, Reels, Stories | mittel bis hoch | |
| lokale Zielgruppen, Veranstaltungen, ältere Kundschaft | Beiträge, Gruppen, Events | mittel | |
| Geschäftskunden, Fachkräfte, Partner | Fachbeiträge, persönliche Erfahrungen | mittel | |
| TikTok | junge Zielgruppen, Ausbildung, Reichweite | kurze, persönliche Videos | hoch |
| YouTube | erklärungsbedürftige Angebote, Anleitungen | längere Videos, Shorts | hoch |
| Ideen- und Kaufinspiration, Onlineshops | Bilder mit Link zur Website | gering bis mittel |
Wie Sie die Entscheidung treffen
Legen Sie Ihre drei Antworten nebeneinander und suchen Sie die Plattform, die am besten passt. Starten Sie mit einem Hauptkanal und geben Sie ihm drei bis sechs Monate. In dieser Zeit lernen Sie, welche Inhalte ankommen und wie viel Zeit Sie tatsächlich brauchen. Erst dann lohnt es sich, einen zweiten Kanal dazuzunehmen.
Bestehende Profile, die Sie nicht mehr pflegen möchten, sollten Sie nicht einfach liegen lassen. Ein kurzer Hinweis auf den Kanal, auf dem Sie aktiv sind, und ein aktueller Link zur Website sind besser als ein stilles Profil, auf dem Nachrichten unbeantwortet bleiben.
Die Website bleibt das Zuhause
Alle Plattformen haben eines gemeinsam: Sie gehören nicht Ihnen. Regeln und Reichweiten ändern sich. Manchmal über Nacht. Ihre Website ist dagegen der Ort, den Sie selbst bestimmen. Social Media sollte deshalb Menschen dorthin führen, wo sie mehr erfahren und Kontakt aufnehmen können.
Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, finden Sie mehr dazu unter Social-Media-Marketing. Damit Besucher aus Social Media auf Ihrer Website auch ankommen, sollte diese auf dem Smartphone überzeugen. Darum kümmern wir uns im Bereich Webdesign.