Webdesign

Zwölf Punkte für den Website-Check zum Jahresbeginn

Zwölf Prüfpunkte für den Jahresstart: Technik, Inhalte, Kontaktwege und Zugänge Ihrer Website. Mit Hinweisen, was Sie selbst prüfen können und was nicht.

5 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

Der Januar ist ein guter Zeitpunkt, die eigene Website einmal mit fremden Augen anzusehen. Das Tagesgeschäft ist ruhiger, und viele Angaben haben sich über das Jahr verändert: Preise, Ansprechpartner, Öffnungszeiten, vielleicht sogar das Angebot selbst. Die folgende Liste hat sich in unserer Arbeit bewährt. Sie können die meisten Punkte ohne technisches Wissen in ein bis zwei Stunden abhaken.

Technik, die im Hintergrund laufen muss

1. Das SSL-Zertifikat und die Adresse

Rufen Sie Ihre Website testweise mit http:// statt https:// auf. Probieren Sie es einmal mit und einmal ohne www. Alle vier Varianten sollten auf dieselbe verschlüsselte Adresse führen. Das Schloss-Symbol im Browser zeigt nach einem Klick, wie lange das Zertifikat noch gültig ist. Läuft es automatisch über den Hoster, genügt ein kurzer Blick. Wird es von Hand verlängert, gehört das Ablaufdatum in den Kalender.

2. Updates und PHP-Version

Viele Websites laufen mit einem Redaktionssystem wie WordPress, das auf der Programmiersprache PHP basiert. Für ältere PHP-Versionen gibt es irgendwann keine Sicherheitskorrekturen mehr. Im Kundenbereich der meisten Hoster sehen Sie, welche Version eingestellt ist. Wie Sie dabei vorgehen, beschreiben wir ausführlich in einem eigenen Beitrag über das Ende von PHP 8.1, der in den nächsten Tagen erscheint. Prüfen Sie außerdem, ob das System selbst, das Theme und alle Erweiterungen aktuell sind.

3. Backups, die sich wirklich zurückspielen lassen

Fragen Sie nicht nur, ob es Sicherungen gibt, sondern wann zuletzt eine davon testweise wiederhergestellt wurde. Eine Sicherung, die niemand je ausprobiert hat, ist eine Hoffnung. Wichtig ist auch, wo sie liegt: Eine Kopie sollte nicht auf demselben Server liegen wie die Website.

4. Ladezeit auf dem Handy

Öffnen Sie Ihre Startseite auf dem eigenen Smartphone im Mobilfunknetz, nicht im Büro-WLAN. Wenn Sie selbst ungeduldig werden, geht es Ihren Besuchern genauso. Für eine genauere Messung eignet sich PageSpeed Insights von Google. Große Bilder, die nie verkleinert wurden, sind die häufigste Bremse und lassen sich meist schnell beheben.

Inhalte, die mit der Zeit veralten

5. Angebot und Preise

Lesen Sie Ihre Leistungsseiten so, als wären Sie ein Kunde. Stimmt das Angebot noch? Fehlen neue Leistungen, die Sie inzwischen anbieten, oder stehen dort noch alte, nach denen seit Jahren niemand mehr fragt? Nennen Sie Preise, sollten sie zum aktuellen Jahr passen.

6. Menschen und Ansprechpartner

Teamseiten veralten schnell. Ehemalige Mitarbeitende mit Foto und Durchwahl wirken nachlässig und führen zu Anrufen, die ins Leere gehen. Dasselbe gilt für Stellenanzeigen, die längst besetzt sind.

7. Öffnungszeiten, Adresse, Feiertage

Diese Angaben stehen oft an mehreren Stellen: in der Fußzeile, auf der Kontaktseite, im Google-Unternehmensprofil, auf Social-Media-Profilen. Gleichen Sie alle Stellen miteinander ab. Widersprüche verunsichern. Besucher genauso wie Suchmaschinen.

8. Impressum und Datenschutzerklärung

Prüfen Sie, ob Firmierung, Anschrift, Registereintrag und Vertretungsberechtigte noch stimmen. Die Datenschutzerklärung muss zu den Diensten passen, die tatsächlich eingebunden sind. Kam im Laufe des Jahres ein Newsletter-Werkzeug, ein Kartendienst oder ein Chat dazu, fehlt der passende Abschnitt häufig. Für die rechtliche Bewertung im Einzelfall ist eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt die richtige Adresse.

Kontaktwege, die funktionieren müssen

9. Das Kontaktformular

Schicken Sie sich selbst eine Testanfrage. Kommt sie an? Und zwar im Posteingang statt im Spam-Ordner, mit allen Angaben, und erhält der Absender eine Bestätigung, dass seine Nachricht angekommen ist? Formulare brechen gern unbemerkt, etwa nach einem Update oder wenn sich das Passwort des E-Mail-Postfachs ändert, über das sie versendet werden.

10. Telefon und E-Mail auf dem Handy

Tippen Sie auf dem Smartphone auf Ihre Telefonnummer. Öffnet sich direkt die Wählfunktion? E-Mail-Adressen sollten ebenso antippbar sein. Diese Kleinigkeit entscheidet oft darüber, ob jemand anruft oder weitersucht.

Zugänge und Zuständigkeiten

11. Wer hat welche Zugänge?

Erstellen Sie eine Liste aller Logins: Redaktionssystem, Hosting, Domain, E-Mail, Google Search Console, Analyse-Werkzeug, Social-Media-Konten. Hat ein ehemaliger Mitarbeiter oder eine frühere Agentur noch Administratorrechte? Dann ist jetzt der Moment, das zu ändern. Wo möglich, sollte jede Person ein eigenes Konto mit Zwei-Faktor-Anmeldung haben.

12. Wem gehört die Domain?

Ihre Domain sollte auf Ihr Unternehmen eingetragen sein, nicht auf eine Privatperson oder einen Dienstleister. Ihr Domain-Anbieter kann Ihnen sagen, wer als Inhaber eingetragen ist. Das klingt nach Formalie, wird aber zum echten Problem, wenn eine Zusammenarbeit endet oder jemand nicht mehr erreichbar ist.

Der Fünf-Minuten-Test mit fremden Augen

Wer die eigene Website seit Jahren kennt, sieht ihre Schwächen nicht mehr. Bitten Sie deshalb jemanden, der Ihr Unternehmen kaum kennt, um einen kleinen Test. Geben Sie drei Aufgaben vor und schauen Sie nur zu, ohne zu helfen:

  • Finden Sie heraus, was dieses Unternehmen anbietet und für wen.
  • Finden Sie eine Telefonnummer und die Öffnungszeiten.
  • Stellen Sie eine Anfrage zu einer bestimmten Leistung.

Achten Sie darauf, wo die Testperson zögert. Diese Stellen sind Gold wert, weil echte Besucher an genau derselben Stelle aufgeben, nur dass Sie es nie erfahren. Am aufschlussreichsten ist der Test auf dem Smartphone, denn dort sind Menüs versteckter und Wege länger.

Was Sie mit den Ergebnissen anfangen

Notieren Sie für jeden Punkt kurz: in Ordnung, erledige ich selbst, braucht Hilfe. Die Punkte der ersten Gruppe lassen sich oft an einem Nachmittag beheben. Für die übrigen lohnt sich ein Gespräch mit Ihrem Dienstleister. Stellen Sie dabei fest, dass sich sehr viele Baustellen angesammelt haben und die Website seit Jahren kaum angefasst wurde, ist eine Überarbeitung manchmal günstiger als viele Einzelreparaturen.

Wenn Sie Unterstützung möchten, sehen wir uns Ihre Website gern an. Unsere Leistungen rund um Webdesign und Firmenwebsites reichen von der Pflege bestehender Seiten bis zum Neuaufbau. Updates, Backups und Überwachung übernehmen wir auf Wunsch dauerhaft im Rahmen von Hosting und Wartung.