SEO & KI-Suche

So führen interne Links Besucher und Google durch Ihre Website

Wie Sie Ihre Seiten sinnvoll untereinander verlinken, damit Besucher weiterfinden und Google die wichtigen Inhalte erkennt. Mit Beispielen und Prüfliste.

5 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

Interne Links sind Verweise von einer Seite Ihrer Website auf eine andere Seite derselben Website. Sie wirken unscheinbar, erfüllen aber zwei wichtige Aufgaben. Besucher finden darüber die nächste passende Information. Und Suchmaschinen erkennen an ihnen, welche Seiten es gibt, wie sie zusammenhängen und welche Ihnen besonders wichtig sind.

Viele Websites verlinken nur über das Hauptmenü. Alles andere bleibt dem Zufall überlassen. Das funktioniert bei zehn Seiten noch halbwegs. Bei fünfzig Seiten mit Leistungen, Referenzen und Fachartikeln entstehen Inseln, die kaum jemand findet. Mit ein wenig Planung lässt sich das ändern.

Google findet neue Seiten vor allem, indem es Links folgt. In der Dokumentation zu crawlbaren Links beschreibt Google, dass es Links nur zuverlässig erkennt, wenn sie als normales HTML-Element mit einer Zieladresse angelegt sind. Ein Knopf, der nur per JavaScript auf eine andere Seite springt, ist für die Suchmaschine womöglich kein Link.

Außerdem liest Google den Linktext. Er beschreibt die Zielseite, bevor sie überhaupt aufgerufen wird. Eine Seite, auf die viele interne Links mit passendem Text zeigen, signalisiert: Diese Seite ist ein zentrales Thema dieser Website.

Linktexte, die etwas sagen

„Hier klicken“ und „mehr erfahren“ sind die häufigsten Linktexte im Netz. Sie sagen nichts über das Ziel. Vergleichen Sie diese beiden Sätze:

  • „Mehr zu unseren Leistungen finden Sie hier.“
  • „Wie wir Heizungsanlagen warten, lesen Sie auf der Seite zur Heizungswartung.“

Im zweiten Satz wäre „Heizungswartung“ der Linktext. Besucher wissen, was sie erwartet, und Google auch. Für Menschen, die einen Screenreader nutzen, ist das ebenfalls hilfreich, denn viele lassen sich alle Links einer Seite als Liste vorlesen. Eine Liste aus zehnmal „hier“ hilft niemandem.

Übertreiben Sie es aber nicht. Wer jeden Link mit demselben Suchbegriff beschriftet, schreibt für Maschinen statt für Menschen. Abwechslung ist natürlich und völlig in Ordnung.

Eine klare Struktur als Grundlage

Gute interne Verlinkung beginnt mit der Gliederung der Website. Bewährt hat sich ein Aufbau in Ebenen:

Ebene Beispiel Verlinkt auf
Startseite Übersicht über das Unternehmen alle Hauptleistungen
Leistungsseite Badsanierung Unterthemen, passende Referenzen, Kontakt
Unterseite barrierefreies Bad zurück zur Leistung, verwandte Unterthemen
Fachartikel Fördermittel für den Badumbau passende Leistungs- und Unterseite

Die Pfeile laufen in beide Richtungen. Von oben nach unten führen sie in die Tiefe, von unten nach oben zurück zum Überblick. Fachartikel verweisen auf die Seite, auf der Sie die passende Leistung anbieten. So wird aus einem gut gefundenen Artikel eine Anfrage.

Verwaiste Seiten finden

Eine Seite, auf die kein einziger interner Link zeigt, nennt man verwaist. Besucher erreichen sie nur über die Suche oder einen direkten Link. Google findet sie womöglich nur über die Sitemap und stuft sie als wenig wichtig ein.

So spüren Sie verwaiste Seiten auf:

  1. Exportieren Sie die Liste aller Seiten aus Ihrem Redaktionssystem oder Ihrer Sitemap.
  2. Lassen Sie Ihre Website mit einem Crawler-Programm durchsuchen. Solche Werkzeuge folgen allen Links ab der Startseite.
  3. Vergleichen Sie beide Listen. Seiten, die nur in der ersten auftauchen, hat der Crawler nicht über Links erreicht.

Für jede gefundene Seite entscheiden Sie: verlinken, mit einer anderen Seite zusammenführen oder löschen und weiterleiten. Wie Sie diese Entscheidung für viele Seiten auf einmal treffen, zeigt der Content-Audit vor dem Relaunch.

Die Klicktiefe im Blick

Wie viele Klicks braucht ein Besucher von der Startseite bis zu einer wichtigen Seite? Liegt Ihre umsatzstärkste Leistung fünf Klicks tief, ist das ein Warnsignal. Wichtige Seiten sollten in zwei bis drei Klicks erreichbar sein.

Ein typischer Fall: Ein Fachartikel bringt viele Besucher über Google, steht aber nur im Blogarchiv auf Seite sieben. Ein Link von der passenden Leistungsseite holt ihn nach vorn und hilft beiden Seiten.

Menü und Fußzeile sind auf jeder Seite gleich. Die eigentliche Arbeit steckt im Fließtext. Ein paar Faustregeln aus der Praxis:

  • Nur wo es passt. Ein Link gehört an die Stelle, an der ein Leser die weiterführende Information tatsächlich brauchen könnte.
  • Wenige, aber gute. Zwei bis fünf Links in einem Artikel mittlerer Länge sind meist genug.
  • Ein Ziel pro Thema. Wenn zwei Seiten dasselbe Thema behandeln, konkurrieren sie miteinander. Entscheiden Sie sich für eine Hauptseite und verlinken Sie diese.
  • Beim Schreiben neuer Seiten zurückblicken. Jede neue Seite sollte nicht nur Links enthalten, sondern auch von zwei, drei bestehenden Seiten verlinkt werden.

Mit der Zeit ändern sich Adressen. Seiten werden umbenannt, verschoben oder gelöscht. Zeigt ein interner Link dann ins Leere, landet der Besucher auf einer Fehlerseite. Zeigt er auf eine Weiterleitung, funktioniert es zwar, kostet aber einen Umweg.

Prüfen Sie Ihre Website deshalb regelmäßig auf fehlerhafte Links, etwa zweimal im Jahr und nach jeder größeren Umstellung. Interne Links sollten immer direkt auf die aktuelle Adresse zeigen. Das ist reine Fleißarbeit, aber sie lohnt sich.

Ein Beispiel für den Anfang

Nehmen Sie sich nicht gleich die ganze Website vor. Ein typischer Einstieg sieht so aus: Sie wählen die drei Leistungsseiten, die Ihnen am meisten Aufträge bringen. Für jede suchen Sie zwei oder drei bestehende Seiten, die thematisch passen, etwa Referenzen oder Fachartikel. Dort setzen Sie an einer sinnvollen Stelle im Text einen Link mit beschreibendem Linktext. Umgekehrt verweist jede Leistungsseite auf ihre passenden Referenzen.

Das ist in einem Nachmittag erledigt. Nach einigen Wochen sehen Sie in der Search Console, ob sich die Sichtbarkeit dieser Seiten verändert.

Brotkrumen und verwandte Inhalte

Zwei Elemente erleichtern die Verlinkung auf größeren Websites erheblich. Eine Brotkrumen-Navigation zeigt oben auf der Seite den Pfad, etwa „Start › Leistungen › Badsanierung“. Jeder Teil ist ein Link nach oben. Und ein Bereich „Das könnte Sie auch interessieren“ am Ende einer Seite führt zu verwandten Themen.

Lassen Sie solche Vorschläge nicht blind von einer Erweiterung erzeugen. Automatisch ausgewählte Artikel passen oft nur über ein gemeinsames Schlagwort zusammen. Eine kurze, von Hand gepflegte Auswahl ist meist besser.

Wenn Sie die Struktur Ihrer Website überarbeiten und dabei auch die Sichtbarkeit in Google und KI-Suchen verbessern möchten, finden Sie mehr unter SEO und KI-Sichtbarkeit. Steht ohnehin ein Umbau an, lesen Sie weiter unter Website-Relaunch.