Social Media

Social Media für die Mitarbeitersuche

So nutzen kleine und mittlere Unternehmen Social Media für die Mitarbeitersuche: echte Einblicke, das eigene Team und ein kurzer Bewerbungsweg.

5 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

Viele Betriebe suchen seit Monaten Personal und bekommen auf Stellenanzeigen kaum Rückmeldungen. Die naheliegende Erklärung lautet: Es gibt eben niemanden. Das stimmt oft nur zur Hälfte. Viele gute Leute haben einen Job und suchen nicht aktiv. Sie lesen keine Jobbörsen. Aber sie scrollen abends durch Instagram, Facebook oder LinkedIn.

Genau dort können Sie sie erreichen. Nicht mit einer Stellenanzeige, die aussieht wie jede andere, sondern mit Einblicken, die zeigen, wie es bei Ihnen wirklich ist. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Social Media für die Personalsuche nutzen, ohne ein eigenes Marketingteam zu brauchen.

Warum Social Media bei der Personalsuche anders funktioniert

Jobbörsen erreichen Menschen, die gerade suchen. Social Media erreicht Menschen, die eigentlich zufrieden sind, aber für ein gutes Angebot offen wären. Diese Gruppe ist groß. Sie entscheidet allerdings nicht nach Stichworten, sondern nach Gefühl: Passt der Betrieb zu mir? Wie gehen die dort miteinander um?

Deshalb wirkt ein einzelner Beitrag mit „Wir suchen Verstärkung!“ selten. Was wirkt, ist ein Bild vom Unternehmen, das sich über Wochen aufbaut. Wer Ihre Beiträge eine Weile gesehen hat, bewirbt sich leichter, wenn dann tatsächlich eine Stelle frei wird.

Wen suchen Sie, und wo ist diese Person?

Bevor Sie den ersten Beitrag planen, beschreiben Sie die Person, die Sie suchen. Nicht als Anforderungsprofil, sondern ganz konkret. Ein Beispiel: eine Anlagenmechanikerin, Mitte zwanzig, wohnt im Umkreis von 30 Kilometern, arbeitet derzeit in einem größeren Betrieb und ärgert sich über lange Anfahrten zu Baustellen.

Daraus ergeben sich die Fragen für Ihre Inhalte. Was würde diese Person an Ihrem Betrieb interessieren? Kürzere Wege, ein festes Team, moderne Werkzeuge, ein Firmenwagen? Und auf welcher Plattform verbringt sie ihre Zeit? Ihre eigenen Mitarbeitenden in ähnlichem Alter wissen das meist besser als jede Studie.

Inhalte, die neugierig machen

Sie brauchen keine aufwendigen Filme, kurze Videos vom Smartphone genügen. Gute Inhalte für die Personalsuche entstehen im Alltag. Bewährt haben sich zum Beispiel:

  • Ein Tag auf der Baustelle oder im Büro. Kurze Ausschnitte, wie ein typischer Arbeitstag abläuft.
  • Das erste Jahr. Ein Kollege erzählt, wie die Einarbeitung lief und was ihn überrascht hat.
  • Werkzeuge und Ausstattung. Ein neues Fahrzeug oder eine neue Maschine interessiert Fachleute mehr als jeder Werbetext.
  • Zahlen, die stimmen. Arbeitszeiten, Urlaubstage, Weiterbildungen. Was Sie konkret bieten, überzeugt mehr als „attraktive Vergütung“.
  • Die Ausbildung. Auszubildende zeigen ihren Alltag aus eigener Sicht. Für Schulabgänger ist das oft glaubwürdiger als jede Broschüre.

Zeigen Sie dabei auch Ecken und Kanten. Ein Arbeitstag im Regen gehört im Handwerk dazu. Wer das ehrlich zeigt, findet Leute, die bleiben.

Das Team in den Mittelpunkt

Die stärksten Beiträge kommen oft nicht vom Firmenkonto, sondern von den Mitarbeitenden selbst. Wenn eine Kollegin auf ihrem Profil teilt, dass ihr Team Verstärkung sucht, erreicht das ihr persönliches Umfeld. Darunter sind oft genau die Fachleute, die Sie suchen.

Zwingen Sie aber niemanden dazu. Wer mitmachen möchte, bekommt fertige Texte und Bilder, die er teilen kann, und wer nicht möchte, bleibt außen vor. Holen Sie für jede Person, die auf Bildern oder in Videos zu sehen ist, eine Einwilligung ein.

Die Stellenausschreibung selbst

Irgendwann braucht es auch die konkrete Ausschreibung. Für Social Media gelten dabei ein paar eigene Regeln:

  1. Das Wichtigste zuerst. Beruf, Ort und der stärkste Vorteil gehören in die ersten zwei Zeilen. Danach scrollen viele weiter.
  2. Ein Bild aus Ihrem Betrieb. Kein Stockfoto mit lächelnden Menschen im Großraumbüro, sondern Ihr Team, Ihre Werkstatt, Ihr Fahrzeug.
  3. Neutral formulieren. Stellenanzeigen dürfen nach § 11 AGG niemanden wegen Geschlecht, Alter oder anderer geschützter Merkmale benachteiligen. Das gilt auch für einen kurzen Beitrag. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
  4. Ein klarer nächster Schritt. Ein Link auf die Stelle, eine Telefonnummer oder die Einladung, eine Nachricht zu schreiben.

Der Bewerbungsweg muss kurz sein

Hier scheitern viele Kampagnen. Der Beitrag weckt Interesse, der Klick führt aber auf eine Seite, die ein Anschreiben, einen Lebenslauf als PDF und Zeugnisse verlangt. Wer abends auf dem Sofa am Smartphone sitzt, hat das nicht zur Hand.

Bieten Sie deshalb einen kurzen Weg an: Name, Telefonnummer, Beruf und die Frage, wann ein Rückruf passt. Die Unterlagen klären Sie später. Auch eine Bewerbung per Nachricht über die Plattform sollte möglich sein. Wichtig ist nur, dass jemand diese Nachrichten zeitnah liest und beantwortet.

Eine eigene Karriereseite auf Ihrer Website hilft dabei. Dort stehen alle offenen Stellen, die Vorteile Ihres Betriebs und das kurze Formular. Jeder Beitrag in Social Media kann auf diese Seite verweisen.

Bezahlte Reichweite gezielt einsetzen

Ohne Werbebudget sehen vor allem die Menschen Ihre Beiträge, die Ihnen bereits folgen. Für die Personalsuche ist das oft zu wenig. Mit einem kleinen Budget können Sie einzelne Beiträge in Ihrer Region gezielt bewerben. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Kosten 1.000 Einblendungen 8 Euro, bringen 300 Euro über vier Wochen rund 37.500 Einblendungen. Da viele Menschen eine Anzeige mehrmals sehen, ist die Zahl der erreichten Personen kleiner. Ob daraus Bewerbungen werden, hängt vor allem vom Inhalt und vom Bewerbungsweg ab.

Messen Sie deshalb nicht nur Reichweite und Likes, sondern die entscheidende Zahl: Wie viele Bewerbungen kamen über diesen Weg, und wie viele davon passten?

Geduld einplanen

Die Personalsuche über Social Media ist kein Schalter, den man umlegt. Rechnen Sie mit einigen Monaten, bis ein Kanal ein erkennbares Bild Ihres Betriebs vermittelt. Ein bis zwei Beiträge pro Woche reichen, wenn sie regelmäßig kommen. Und wenn die nächste Stelle frei wird, haben Sie bereits Menschen, die Sie kennen.

Wie wir Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften über Social Media unterstützen, steht unter Social-Media-Marketing. Eine Karriereseite mit kurzem Bewerbungsweg gestalten wir im Rahmen unseres Webdesigns.