Google Ads

Google Ads selbst betreuen oder abgeben?

Lohnt sich eine Agentur für Ihre Google-Anzeigen, oder schaffen Sie das selbst? Ein Vergleich von Zeitaufwand, Wissen und Kosten mit kleiner Rechnung.

5 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

Ein Google-Ads-Konto ist in wenigen Minuten angelegt. Google führt Sie durch die Einrichtung, schlägt Suchbegriffe vor und formuliert sogar Anzeigentexte. Da liegt die Frage nahe, wozu man eine Agentur braucht. Gleichzeitig hören viele Unternehmer von Bekannten, dass Google Ads „nur Geld verbrennt“. Beides hat einen wahren Kern.

Welcher Weg für Sie passt, hängt weniger von der Technik ab als von drei Fragen: Haben Sie die Zeit? Wollen Sie sich das Wissen aneignen? Und wie viel steht auf dem Spiel?

Was Betreuung eigentlich bedeutet

Viele unterschätzen, was nach der Einrichtung kommt. Eine Kampagne läuft nicht einfach. Sie muss beobachtet und angepasst werden. Zu den laufenden Aufgaben gehören:

  • Suchanfragen prüfen. Bei welchen tatsächlichen Suchen wurde Ihre Anzeige gezeigt? Unpassende Begriffe müssen als ausschließende Keywords eingetragen werden.
  • Gebote und Budget steuern. Wo lohnt sich mehr, wo weniger?
  • Anzeigen testen. Welche Texte bringen mehr Anfragen?
  • Zielseiten verbessern. Wo springen Besucher ab?
  • Messung prüfen. Zählt das Conversion-Tracking noch richtig, auch nach einer Änderung an der Website?
  • Neuerungen verfolgen. Google ändert regelmäßig Funktionen, Kampagnenarten und Standardeinstellungen.

Nichts davon ist Hexerei. Aber alles braucht Zeit und Aufmerksamkeit, und zwar regelmäßig.

Der Vergleich im Überblick

Gesichtspunkt Selbst betreuen Agentur oder Freiberufler
Kosten nur Werbebudget und eigene Zeit Werbebudget plus Honorar
Zeitaufwand intern hoch, vor allem am Anfang gering, Abstimmung und Freigaben
Wissen über Ihr Geschäft sehr hoch muss erst vermittelt werden
Wissen über Google Ads muss erst aufgebaut werden in der Regel vorhanden
Reaktionszeit direkt, wenn Zeit da ist je nach Vereinbarung
Blick von außen fehlt oft vorhanden
Abhängigkeit keine vom Dienstleister, wenn das Konto nicht Ihnen gehört

Wann Selbstbetreuung gut funktioniert

Selbst betreuen lohnt sich, wenn Ihr Konto überschaubar ist, etwa eine Suchkampagne für eine Region und ein paar Leistungen. Es lohnt sich auch, wenn jemand im Unternehmen Freude an Zahlen hat und sich regelmäßig Zeit nehmen kann. Und wenn das Budget so klein ist, dass ein Honorar im Verhältnis dazu kaum zu rechtfertigen wäre.

Ein großer Vorteil der Selbstbetreuung ist Ihr Wissen über das eigene Geschäft. Sie wissen, welche Aufträge sich lohnen, welche Anfragen gut sind und welche Begriffe Ihre Kunden wirklich benutzen. Dieses Wissen muss eine Agentur erst mühsam erfragen.

Wer selbst betreut, sollte sich allerdings ehrlich fragen, ob die Zeit wirklich da ist. Ein Konto, das drei Monate niemand ansieht, kostet weiter Geld und wird dabei oft schlechter.

Typische Fehler bei der Selbstbetreuung

Wer selbst einsteigt, tappt oft in dieselben Fallen. Wenn Sie diese kennen, sparen Sie Lehrgeld.

Zu breite Suchbegriffe. Ohne Einschränkung erscheint die Anzeige für „Fenster putzen“ womöglich auch bei „Fenster putzen Hausmittel“. Solche Klicks bringen selten Kunden.

Die Grundeinstellungen übernehmen. Neue Kampagnen sind teils so voreingestellt, dass die Anzeige auch im Displaynetzwerk oder außerhalb Ihrer Region erscheint. Prüfen Sie Netzwerke und Standortoptionen bewusst.

Keine saubere Messung. Ohne Conversion-Tracking sehen Sie nur Klicks und Kosten. Ob daraus Anfragen werden, bleibt im Dunkeln.

Zu häufige Änderungen. Wer jeden Tag Gebote und Texte umstellt, nimmt automatischen Gebotsstrategien die Möglichkeit, zu lernen.

Wann sich eine Agentur lohnt

Eine Agentur oder ein spezialisierter Freiberufler ist sinnvoll, wenn das Werbebudget so groß ist, dass Fehler schnell teuer werden. Ebenso, wenn Sie mehrere Kampagnenarten nutzen, etwa Suche, Shopping und Performance Max, oder wenn im Unternehmen schlicht niemand die Zeit hat.

Ein weiterer Grund ist der Blick von außen. Wer jeden Tag im eigenen Betrieb steckt, beschreibt seine Leistungen oft mit Fachbegriffen, die Kunden gar nicht suchen. Eine gute Agentur stellt hier unbequeme Fragen.

Eine kleine Rechnung

Ob sich ein Honorar rechnet, lässt sich grob abschätzen. Ein Beispiel mit angenommenen Werten, das nur das Prinzip zeigt:

Annahme Wert
Werbebudget im Monat 1.500 €
eigener Zeitaufwand bei Selbstbetreuung 8 Stunden
Wert einer eigenen Arbeitsstunde 60 €
interne Kosten der Selbstbetreuung 480 €

Bei Selbstbetreuung kostet Sie die Kampagne also rechnerisch 1.980 Euro im Monat. Ein Honorar für externe Betreuung lohnt sich, wenn es diese 480 Euro nicht wesentlich übersteigt oder wenn der Dienstleister mit demselben Budget spürbar mehr Anfragen erzielt. Bringt eine bessere Betreuung zum Beispiel einige zusätzliche Aufträge im Monat, kann sich auch ein höheres Honorar rechnen.

Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein. Vergessen Sie dabei nicht, dass die acht Stunden fehlen, die Sie sonst in Ihr Kerngeschäft stecken würden.

Der Mittelweg

Zwischen „alles selbst“ und „alles abgeben“ gibt es Abstufungen, die in der Praxis oft gut funktionieren:

  1. Einrichtung durch Fachleute, Betreuung selbst. Ein sauber aufgesetztes Konto mit korrekter Messung und klarer Struktur ist leichter zu betreuen als ein selbst zusammengeklicktes.
  2. Regelmäßige Prüfung. Sie betreuen selbst, lassen das Konto aber zum Beispiel einmal im Quartal von außen durchsehen.
  3. Betreuung mit Schulung. Die Agentur betreut zunächst und bringt Ihnen dabei bei, was Sie später selbst übernehmen können.

Worauf Sie bei einer Agentur achten sollten

Wenn Sie abgeben, achten Sie auf einige Punkte, die über die Qualität der Zusammenarbeit entscheiden:

  • Das Konto gehört Ihnen. Die Agentur erhält Zugriff auf Ihr Konto, aber Sie bleiben Inhaber. Bei einem Wechsel nehmen Sie Kampagnen und Daten mit.
  • Transparente Berichte. Sie sollten jederzeit selbst ins Konto schauen können und regelmäßig verständliche Berichte erhalten, die sich an Anfragen oder Umsatz orientieren, nicht nur an Klicks.
  • Klare Trennung von Budget und Honorar. Sie wissen, wie viel an Google fließt und wie viel an die Agentur.
  • Faire Laufzeiten. Lange Mindestlaufzeiten sind bei einer Leistung, die sich an Ergebnissen messen lassen muss, ein Warnsignal.
  • Ehrliche Aussagen. Niemand kann garantieren, dass Ihre Anzeige immer ganz oben steht oder eine bestimmte Zahl an Anfragen bringt.

Die Entscheidung

Fangen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme an. Wie viel Zeit hat in Ihrem Unternehmen jemand für die Kampagnen, und zwar jeden Monat und nicht nur im ersten? Wie hoch ist das Budget, und was kostet ein Fehler? Fällt die Antwort auf die erste Frage dünn aus, ist eine externe Betreuung oder der Mittelweg meist die bessere Wahl.

Wenn Sie überlegen, Ihre Anzeigen ganz oder teilweise abzugeben, finden Sie mehr unter Google Ads und Suchmaschinenwerbung. Damit Besucher aus den Anzeigen auch anfragen, lohnt sich ein Blick auf die Zielseiten. Dazu lesen Sie mehr unter Webdesign und Firmenwebsites.