Wer eine Website betreibt, braucht einen Ort, an dem sie liegt. Das nennt man Hosting. Die Angebote reichen vom Paket für wenige Euro im Monat bis zum eigenen Server, für den ein Team rund um die Uhr Bereitschaft hält. Die Preisunterschiede sind groß, die Unterschiede in der Leistung auch. Nur sieht man sie im Angebot oft nicht.
Die entscheidende Frage ist dabei weniger die Technik als die Verantwortung. Wer kümmert sich um Updates, Sicherheit und Backups, wenn etwas schiefgeht? Je nach Hosting-Art liegt das beim Anbieter, bei Ihnen oder bei einem Dienstleister. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die passende Art für Ihre Website zu finden.
Shared Hosting
Beim Shared Hosting teilen sich viele Websites einen Server. Der Anbieter kümmert sich um Hardware, Betriebssystem und die Grundsoftware wie Webserver und PHP. Sie bekommen eine Verwaltungsoberfläche, in der Sie Domains, E-Mail-Postfächer und Datenbanken einrichten.
Vorteile hat das vor allem beim Preis und bei der Einfachheit. Für eine typische Firmenwebsite mit einigen Hundert Besuchern am Tag reicht die Leistung meist aus. Der Haken: Sie teilen Rechenleistung und Arbeitsspeicher mit anderen. Zieht eine Nachbar-Website viele Ressourcen, kann Ihre langsamer werden. Und an vielen Einstellungen des Servers können Sie nichts ändern.
Wichtig ist auch, was nicht dabei ist. Für Ihr Redaktionssystem, seine Erweiterungen und die Sicherheit Ihrer Website sind Sie beim Shared Hosting selbst verantwortlich.
Managed Hosting
Managed Hosting bedeutet „betreutes Hosting“. Der Begriff ist nicht geschützt, und Anbieter verstehen darunter Unterschiedliches. Meist erhalten Sie einen Server oder einen abgegrenzten Bereich mit mehr Leistung als beim Shared Hosting. Der Anbieter übernimmt zusätzlich Aufgaben wie Überwachung, Backups und das Einspielen von Sicherheitsupdates auf dem Server.
Manche Angebote sind auf ein bestimmtes System spezialisiert, etwa auf WordPress oder einen Shop. Dann kümmert sich der Anbieter teilweise auch um Updates der Software selbst. Lesen Sie die Leistungsbeschreibung genau. „Managed“ kann eine echte Betreuung bedeuten oder nur ein etwas besseres Shared-Hosting-Paket.
Eigener Server
Ein eigener Server kann ein virtueller Server sein, der sich die Hardware mit anderen teilt, oder ein dedizierter Rechner nur für Sie. In beiden Fällen bekommen Sie volle Kontrolle über Betriebssystem, Software und Einstellungen.
Volle Kontrolle heißt aber auch volle Verantwortung. Ein ungepflegter Server mit veralteter Software ist ein Sicherheitsrisiko, und zwar nicht nur für Ihre Website. Wer einen eigenen Server betreibt, braucht jemanden, der ihn regelmäßig aktualisiert, überwacht und bei Problemen eingreifen kann. Ohne diese Person ist ein eigener Server selten eine gute Idee.
Der Vergleich auf einen Blick
| Shared Hosting | Managed Hosting | eigener Server | |
|---|---|---|---|
| Leistung | geteilt, begrenzt | höher, oft garantiert | frei wählbar |
| Pflege des Servers | Anbieter | Anbieter | Sie oder Ihr Dienstleister |
| Pflege der Website | Sie | je nach Paket | Sie oder Ihr Dienstleister |
| Eigene Einstellungen | kaum | teilweise | vollständig |
| Fachwissen nötig | wenig | wenig bis mittel | viel |
| geeignet für | Firmenwebsite, Blog | Shop, stark besuchte Website | Anwendungen, besondere Anforderungen |
Worauf Sie bei jedem Angebot achten sollten
Unabhängig von der Art gibt es Punkte, die jedes seriöse Hosting erfüllen sollte:
- Serverstandort. Ein Rechenzentrum in Deutschland oder der EU vereinfacht den Datenschutz.
- Auftragsverarbeitung. Verarbeitet Ihre Website personenbezogene Daten, brauchen Sie in der Regel einen Vertrag nach Artikel 28 DSGVO mit dem Anbieter. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
- Aktuelle Software. Der Anbieter sollte PHP-Versionen anbieten, die noch Sicherheitsupdates erhalten. Welche das sind, zeigt die Übersicht auf php.net.
- Backups. Wie oft wird gesichert, wie lange werden Sicherungen aufbewahrt, und wie schnell lässt sich eine Sicherung zurückspielen?
- Erreichbarkeit des Supports. Per E-Mail, Telefon, nur zu Bürozeiten oder rund um die Uhr? Für einen Shop macht das einen großen Unterschied.
- Kündigung und Umzug. Lässt sich die Domain problemlos zu einem anderen Anbieter mitnehmen?
Ein Beispiel zur Einordnung
Nehmen wir einen Handwerksbetrieb mit einer Website aus zehn Seiten, einem Kontaktformular und gelegentlich neuen Referenzen. Shared Hosting bei einem guten Anbieter reicht hier völlig. Entscheidend ist, dass jemand das Redaktionssystem aktuell hält.
Anders bei einem Onlineshop, der vor Weihnachten viele gleichzeitige Besucher hat und dessen Umsatz an jeder Minute Erreichbarkeit hängt. Hier lohnt sich Managed Hosting mit zugesicherter Leistung und schneller Hilfe im Notfall. Ein eigener Server wird erst interessant, wenn besondere Software, Schnittstellen zu anderen Systemen oder strenge Vorgaben zur Datenhaltung dazukommen.
Die versteckten Kosten
Das günstigste Paket ist nicht automatisch das günstigste Hosting. Rechnen Sie die Zeit mit ein, die Sie oder Ihr Dienstleister für Pflege, Fehlersuche und Notfälle aufwenden. Ein Ausfall von einem Tag kann bei einem Shop mehr kosten als ein Jahr besseres Hosting. Und eine gehackte Website kostet in jedem Fall mehr als ihre Vorbeugung.
Umgekehrt gilt: Wer für eine kleine Website einen eigenen Server mietet, bezahlt Leistung, die er nicht braucht, und übernimmt Verantwortung, die er nicht tragen kann. Die beste Wahl ist die Art, deren Pflege Sie zuverlässig sicherstellen können.
Was Hosting nicht ersetzt
Selbst das beste Hosting hält Ihre Website nicht automatisch sicher. Der Anbieter kümmert sich um den Server, aber in aller Regel nicht um Ihr Redaktionssystem, Ihre Erweiterungen und Ihre Inhalte. Eine veraltete Erweiterung bleibt ein Einfallstor, egal wie gut das Rechenzentrum ist.
Auch die Backups des Anbieters sind kein vollständiger Ersatz für eigene Sicherungen. Fällt der Anbieter aus oder kündigt er den Vertrag, sollten Sie eine aktuelle Kopie Ihrer Website außerhalb seiner Systeme haben. Klären Sie deshalb schriftlich, wer welche Aufgabe übernimmt.
Wechseln ist möglich
Keine Entscheidung ist endgültig. Websites lassen sich umziehen, wenn sie wachsen oder der Anbieter nicht mehr passt. Ein Umzug will aber geplant sein, damit E-Mails nicht verloren gehen und die Website ohne Unterbrechung erreichbar bleibt. Am einfachsten ist es, wenn Sie alle Zugangsdaten und die Verwaltung Ihrer Domain selbst in der Hand haben.
Wenn Sie wissen möchten, welches Hosting zu Ihrer Website passt, oder die Pflege abgeben möchten, finden Sie mehr unter Hosting und Wartung. Für Shops mit besonderen Anforderungen lohnt auch ein Blick auf unsere Seite zum Onlineshop.