Hosting & Sicherheit

PHP 8.1 bekommt keine Updates mehr. Was Websitebetreiber jetzt tun sollten

Seit 1. Januar 2026 erhält PHP 8.1 keine Sicherheitsupdates mehr. So finden Sie Ihre PHP-Version heraus und stellen ohne böse Überraschungen um.

5 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

Zum Jahreswechsel ist eine Frist abgelaufen, die viele Websitebetreiber nicht auf dem Schirm hatten. Die Programmiersprache PHP 8.1 erhält seit dem 1. Januar 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Laut der offiziellen Übersicht unterstützter Versionen endete die Sicherheitsunterstützung am 31. Dezember 2025. PHP steckt unter anderem hinter WordPress, Shopware, WooCommerce, TYPO3 und Joomla. Wenn Ihre Website mit einem dieser Systeme läuft, betrifft Sie das Thema wahrscheinlich.

Was das Ende der Unterstützung bedeutet

Jede PHP-Version durchläuft zwei Phasen. Zuerst gibt es aktive Unterstützung mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates, danach nur noch Sicherheitsupdates. Ist auch diese Phase vorbei, bekommt die Version gar keine Korrekturen mehr.

Offline geht Ihre Website deshalb nicht. Sie läuft weiter wie bisher. Das Risiko wächst schleichend: Wird eine Sicherheitslücke in PHP 8.1 gefunden, wird sie nicht mehr geschlossen. Dazu kommt, dass Erweiterungen und Themes nach und nach ältere Versionen nicht mehr unterstützen. Irgendwann lässt sich ein wichtiges Plugin nicht mehr aktualisieren, weil es eine neuere PHP-Version verlangt. Viele Hoster stellen veraltete Versionen außerdem nach einer Übergangszeit automatisch um oder verlangen dafür Aufpreise.

Wo die anderen Versionen stehen

Ein Blick auf den Stand Anfang 2026 hilft bei der Entscheidung, wohin Sie wechseln:

Version Sicherheitsupdates bis Einschätzung
PHP 8.1 31.12.2025 (beendet) umstellen
PHP 8.2 31.12.2026 nur als Zwischenschritt
PHP 8.3 31.12.2027 gute Wahl
PHP 8.4 31.12.2028 gute Wahl, wenn alle Erweiterungen sie unterstützen
PHP 8.5 31.12.2029 erschienen am 20.11.2025, für ältere Erweiterungen oft noch zu neu

Quelle für die Daten ist die Übersicht auf php.net. Wer jetzt auf PHP 8.2 umstellt, steht in zwölf Monaten vor derselben Aufgabe. Das lohnt sich kaum. Wenn es irgendwie geht, lohnt sich deshalb gleich der Sprung auf 8.3 oder 8.4.

So finden Sie Ihre PHP-Version heraus

Es gibt drei einfache Wege:

  1. Im Hosting-Kundenbereich. Bei den meisten Anbietern finden Sie unter Bezeichnungen wie „PHP-Einstellungen“ oder „PHP-Version“ die aktuell eingestellte Version, oft getrennt für jede Domain.
  2. In WordPress. Unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht zeigt der Bereich „Server“ die PHP-Version an. Liegt sie unter der Empfehlung, meldet WordPress das meist schon in der Übersicht.
  3. Beim Dienstleister. Wenn sich jemand um Ihre Website kümmert, genügt eine kurze E-Mail mit der Frage, welche Version läuft und wann eine Umstellung geplant ist.

Die PHP-Version gehört auch zu den zwölf Punkten unseres Website-Checks zum Jahresbeginn.

Umstellen ohne böse Überraschungen

Meist ist ein Versionswechsel unspektakulär. Aber nicht immer. Hin und wieder verwenden alte Erweiterungen aber Funktionen, die es in neueren Versionen nicht mehr gibt. Dann zeigt die Website plötzlich Fehlermeldungen oder eine leere Seite. Mit dieser Reihenfolge vermeiden Sie das:

Vorher sichern

Legen Sie eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank an und notieren Sie die bisherige PHP-Version, damit Sie im Notfall in wenigen Minuten auf den alten Stand zurückkehren können, ohne lange suchen zu müssen.

System und Erweiterungen aktualisieren

Bringen Sie zuerst das Redaktionssystem, das Theme und alle Plugins auf den neuesten Stand. Neuere Versionen der Erweiterungen sind meist schon an neue PHP-Versionen angepasst. Entfernen Sie dabei Erweiterungen, die Sie nicht mehr nutzen. Jede Erweiterung, die geht, ist eine Fehlerquelle weniger.

Kompatibilität prüfen

Schauen Sie bei wichtigen Plugins in die Beschreibung, welche PHP-Versionen der Hersteller angibt. Erweiterungen, die seit Jahren kein Update bekommen haben, sind die üblichen Verdächtigen. Für sie brauchen Sie entweder einen Ersatz oder eine Anpassung.

In einer Testumgebung ausprobieren

Viele Hoster bieten eine Kopie der Website als Testumgebung an, oft „Staging“ genannt. Stellen Sie dort zuerst um und klicken Sie die wichtigsten Seiten durch: Startseite, Kontaktformular, Shop mit Warenkorb und Bezahlung, Anmeldebereiche. Erst wenn alles läuft, folgt die Live-Website.

Nach der Umstellung beobachten

Prüfen Sie in den Tagen danach die Fehlerprotokolle des Servers, falls Sie Zugriff haben, und testen Sie Formulare und Bestellungen noch einmal. Manche Probleme zeigen sich erst bei bestimmten Aktionen, etwa beim Versand einer Bestellbestätigung.

Woran Sie einen Fehler nach der Umstellung erkennen

Nicht jedes Problem zeigt sich sofort als Fehlermeldung. Typische Anzeichen sind:

  • eine weiße, leere Seite statt der Website
  • ein Hinweis, die Website habe technische Schwierigkeiten
  • einzelne Bereiche, die fehlen, etwa ein Slider oder ein Formular
  • Bestellungen oder Formulare, die zwar abgeschickt werden, aber keine E-Mail auslösen
  • ein Administrationsbereich, der sich nicht mehr öffnen lässt

WordPress verschickt bei schweren Fehlern zusätzlich eine E-Mail an die Administrator-Adresse, die einen Link in einen Wiederherstellungsmodus enthält. Darüber lässt sich das verursachende Plugin oft deaktivieren, ohne dass die Website komplett ausfällt. Prüfen Sie deshalb, ob die hinterlegte Administrator-Adresse noch gelesen wird.

Tritt eines dieser Anzeichen auf, stellen Sie zunächst die alte PHP-Version wieder ein und suchen dann in Ruhe nach der Ursache. Das ist keine Niederlage, sondern genau der Grund, warum Sie vorher eine Sicherung angelegt haben.

Wenn eine alte Erweiterung bremst

Manchmal hängt eine Website an einer einzigen alten Erweiterung, die sich nicht ersetzen lässt, etwa einer selbst programmierten Schnittstelle oder einem längst eingestellten Plugin. Dann gibt es zwei Wege: den Code anpassen lassen oder die Funktion neu umsetzen. Den Zustand einfach zu lassen, ist keine dauerhafte Lösung, weil sich das Problem mit jeder weiteren PHP-Version verschärft.

Wir haben solche Umstellungen über viele PHP-Generationen hinweg begleitet. Dabei gilt fast immer: Je länger eine Website nicht aktualisiert wurde, desto größer wird der Schritt. Wer regelmäßig kleine Updates einspielt, merkt von einem Versionswechsel oft gar nichts.

Am besten gar nicht erst daran denken müssen

Updates und Versionswechsel gehören in eine feste Routine, nicht in eine jährliche Feuerwehraktion. Möchten Sie sich darum nicht selbst kümmern? Im Rahmen von Hosting, Wartung und Sicherheit testen wir vor jeder Umstellung. Steht ohnehin eine größere Überarbeitung an, kann auch ein Website-Relaunch der sauberere Weg sein, als ein altes System weiter zu flicken.