Webdesign

Wie hreflang Nutzern die richtige Sprachversion zeigt

Was hreflang ist, wie Sie Google Ihre Sprachversionen zeigen und welche Fehler häufig vorkommen. Mit Beispielcode, x-default und einer Prüfliste.

5 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

Ihre Website gibt es auf Deutsch und auf Englisch. Trotzdem landet ein Interessent aus London über Google auf der deutschen Seite, schaut kurz und geht wieder. Oder ein Kunde aus Zürich sieht die Preise für Deutschland statt für die Schweiz. In beiden Fällen weiß die Suchmaschine nicht genau, welche Version für wen gedacht ist.

Genau dafür gibt es hreflang. Die Angabe ist für Besucher unsichtbar und für Google ein klarer Wegweiser. Sie ist nicht kompliziert, verzeiht aber kleine Fehler schlecht. Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die Sie kennen sollten, wenn Ihre Website mehrsprachig ist oder werden soll.

hreflang

hreflang ist eine Angabe im Code einer Seite, die auf alle Sprach- und Länderversionen derselben Seite verweist. Sie sagt der Suchmaschine: Diese Seite gibt es auch auf Englisch, und zwar unter dieser Adresse. Google nutzt diese Hinweise, um Suchenden die passende Version anzuzeigen. Die vollständige Beschreibung finden Sie in der Google-Dokumentation zu lokalisierten Versionen.

Wichtig zu wissen: hreflang ist ein Hinweis, keine Weiche. Google entscheidet am Ende selbst, welche Seite erscheint. Mit sauberen Angaben machen Sie diese Entscheidung aber deutlich leichter.

Die drei Wege der Einbindung

Google akzeptiert hreflang an drei Stellen:

  • Im Kopfbereich jeder Seite als link-Element. Das ist der häufigste Weg.
  • Im HTTP-Header der Serverantwort. Das ist nützlich für Dateien ohne HTML, etwa PDFs.
  • In der XML-Sitemap. Bei großen Websites mit vielen Sprachen ist das oft am übersichtlichsten.

Entscheiden Sie sich für einen Weg. Mehrere gleichzeitig bringen laut Google keinen Vorteil, erhöhen aber die Gefahr widersprüchlicher Angaben.

Ein Beispiel

So sieht hreflang im Kopfbereich einer Leistungsseite aus, die es auf Deutsch und Englisch gibt. Die Adressen sind Beispiele:

<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://www.beispiel.de/leistungen/" />
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.beispiel.de/en/services/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.beispiel.de/leistungen/" />

Genau dieselben drei Zeilen stehen auf der deutschen und auf der englischen Seite. Jede Version nennt also sich selbst und alle anderen. Mehr ist es nicht.

Sprachcode und Regionscode

Der Wert hinter hreflang besteht aus einem Sprachcode und optional einem Regionscode. Die Sprache wird nach ISO 639-1 angegeben, also de, en oder fr. Die Region folgt nach ISO 3166-1, etwa de-CH für Deutsch in der Schweiz oder en-GB für Englisch in Großbritannien.

Eine Region allein reicht nicht. Die Sprache steht immer vorn. Ein typischer Fehler ist hreflang="ch", gemeint als Schweiz. Für Google steht das als Sprachcode für Chamorro. Ein anderer Klassiker ist en-UK statt richtig en-GB.

Brauchen Sie überhaupt Regionen? Nur wenn sich die Inhalte unterscheiden, etwa bei Preisen oder Versandbedingungen. Ist der deutsche Text für Deutschland, Österreich und die Schweiz identisch, genügt de. Wie wir Websites für Kunden in der Schweiz umsetzen, lesen Sie unter Webdesign für die Schweiz.

Rückverweis

Die wichtigste Regel: Verweist die deutsche Seite auf die englische, muss die englische auch auf die deutsche verweisen. Google schreibt dazu, dass Angaben ignoriert werden, wenn zwei Seiten nicht gegenseitig aufeinander zeigen. Fehlende Rückverweise sind deshalb ein häufiger Grund, warum hreflang nicht wirkt.

x-default

Der Wert x-default bezeichnet die Seite für alle, deren Sprache Sie nicht anbieten. Ein Besucher mit spanischen Spracheinstellungen landet dann auf dieser Version. Das kann Ihre Hauptsprache sein, Englisch als Brückensprache oder eine Seite zur Sprachauswahl. Pflicht ist der Wert nicht. Sinnvoll ist er fast immer.

Canonical und hreflang

Die Canonical-Angabe sagt Google, welche Adresse die eigentliche Version einer Seite ist. Doppelte Inhalte werden so zusammengeführt. Bei mehrsprachigen Websites gilt: Jede Sprachversion verweist mit ihrem Canonical auf sich selbst. Verweist die englische Seite per Canonical auf die deutsche, erklärt sie sich damit selbst für überflüssig. Die englische Version erscheint dann womöglich gar nicht in den Suchergebnissen.

Automatische Weiterleitung

Viele Websites leiten Besucher anhand der Browsersprache oder des Standorts automatisch um. Das wirkt praktisch, schafft aber Probleme. Wer auf Reisen ist oder bewusst die andere Sprache lesen möchte, kommt nicht mehr dorthin. Und der Crawler von Google sieht unter Umständen nur eine Version. Google rät in seinen Hinweisen zu mehrsprachigen Websites davon ab, Nutzer aufgrund von Annahmen über ihre Sprache weiterzuleiten. Besser ist ein gut sichtbarer Sprachumschalter, der auf die entsprechende Seite in der anderen Sprache führt und nicht auf deren Startseite.

Häufige Fehler im Überblick

Fehler Folge Lösung
Rückverweis fehlt Angabe wird ignoriert alle Versionen nennen sich gegenseitig
Selbstverweis fehlt unvollständiges Set jede Seite nennt auch sich selbst
falscher Code, z. B. en-UK Angabe ungültig en-GB, Sprache immer zuerst
Canonical auf andere Sprache Version verschwindet aus der Suche Canonical auf sich selbst
Verweis auf weitergeleitete Seite Signal geht ins Leere nur Adressen mit Status 200 eintragen
relative Adressen Google kann sie falsch deuten vollständige Adresse mit https

Wann hreflang nicht hilft

hreflang verbindet nur Seiten, die es tatsächlich in mehreren Sprachen gibt. Fehlt zu einem deutschen Blogartikel die englische Fassung, bekommt er auch keinen englischen Verweis. Auf die englische Startseite zu verweisen, nur damit etwas dasteht, ist falsch. Die Seiten müssen inhaltlich gleichwertig sein.

Auch schwache Übersetzungen rettet die Angabe nicht. Sie sorgt dafür, dass Google die passende Sprachversion findet. Ob diese Version gut genug ist, um gefunden zu werden, entscheidet ihr Inhalt.

So prüfen Sie Ihre Website

  1. Öffnen Sie eine Seite, klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie „Seitenquelltext anzeigen“.
  2. Suchen Sie mit Strg+F nach „hreflang“.
  3. Rufen Sie jede dort genannte Adresse auf und prüfen Sie, ob sie erreichbar ist und dieselben Angaben enthält.
  4. Wiederholen Sie das für einige typische Seiten: Startseite, eine Leistungsseite, einen Blogartikel.

Bei großen Websites übernehmen spezialisierte Crawler diese Prüfung für alle Seiten auf einmal. Am zuverlässigsten ist es, wenn das Redaktionssystem die Angaben automatisch aus der Zuordnung der Übersetzungen erzeugt. Dann kann niemand eine Zeile vergessen.

Wenn Sie eine mehrsprachige Website planen oder Ihre bestehenden Sprachversionen prüfen lassen möchten, finden Sie mehr unter mehrsprachige Websites. Wie Sie mit jeder Sprachversion bei Google sichtbar werden, erklären wir unter SEO und KI-Sichtbarkeit.