Das Weihnachtsgeschäft beginnt nicht im Dezember. Es beginnt in dem Moment, in dem Sie entscheiden, was bis dahin fertig sein muss. Wer im November noch das Shopsystem aktualisiert, Produktfotos nachliefert und die Versandbedingungen überdenkt, arbeitet in der umsatzstärksten Zeit gegen die Uhr.
Dieser Fahrplan teilt die Vorbereitung auf die Monate September bis Dezember auf. Sie können ihn als Checkliste nutzen und Punkte streichen, die für Ihren Shop nicht passen. Er gilt für Shops, die an Endkunden verkaufen. Im B2B-Geschäft verschieben sich die Schwerpunkte, etwa hin zu Jahresendbestellungen und Budgets.
Die wichtigsten Termine 2026
| Datum | Anlass |
|---|---|
| Freitag, 27. November | Black Friday |
| Sonntag, 29. November | erster Advent |
| Montag, 30. November | Cyber Monday |
| Sonntag, 6. Dezember | Nikolaus |
| Donnerstag, 24. Dezember | Heiligabend |
Die Stichtage der Paketdienste für eine Zustellung vor Weihnachten werden meist im Herbst veröffentlicht. Tragen Sie sie in den Kalender ein, sobald sie bekannt sind.
Rechnen Sie bei allen Terminen rückwärts. Soll eine Aktion am 23. November starten, müssen Texte, Bilder und Rabattcodes einige Tage vorher fertig und getestet sein. Und wer Werbung dafür schalten will, braucht die Anzeigen noch etwas früher, weil auch deren Prüfung Zeit kosten kann.
Im September die Technik vorbereiten
Jetzt ist der beste Zeitpunkt für alles, was Risiko birgt. Größere Updates, neue Erweiterungen oder ein Wechsel des Zahlungsanbieters brauchen Zeit zum Testen. Im November fehlt diese Zeit.
- Shopsystem, Erweiterungen und Server auf den aktuellen Stand bringen und gründlich testen.
- Mit dem Hosting klären, ob der Server mehr Besucher verkraftet. Bei Bedarf rechtzeitig aufstocken.
- Ladezeit der wichtigsten Seiten prüfen, besonders auf dem Smartphone.
- Backups prüfen: Läuft die Sicherung täglich, und wurde eine Wiederherstellung schon einmal getestet?
- Bestellablauf komplett durchspielen, mit jeder Zahlungsart und auf mehreren Geräten.
- Mit Lieferanten über Mengen und Liefertermine für das vierte Quartal sprechen.
- Versandkosten, Lieferzeiten und Rechtstexte im Shop auf Stand bringen.
Denken Sie dabei auch an Personal. Wer packt, wer beantwortet Anfragen, wer hat im Dezember Urlaub? Aushilfen für Lager und Kundenservice brauchen Einarbeitung. Wer sie erst Ende November sucht, findet oft niemanden mehr.
Im Oktober Sortiment und Inhalte ordnen
Im Oktober geht es darum, dass Kunden finden, was sie suchen. Wer Geschenke kauft, sucht anders als jemand, der für sich selbst bestellt. Er kennt das Produkt oft nicht und sucht nach Anlass, Empfänger oder Preis.
- Geschenkseiten anlegen, zum Beispiel „Geschenke unter 30 Euro“ oder „Geschenke für Hobbygärtner“. Diese Seiten bleiben jedes Jahr unter derselben Adresse, damit sie bei Google wachsen können.
- Produkttexte und Fotos der wichtigsten Artikel prüfen und ergänzen.
- Gutscheine anbieten, idealerweise auch als digitalen Gutschein zum Ausdrucken.
- Geschenkverpackung und Grußkarte überlegen, wenn sie zu Ihrem Sortiment passen.
- Produktdaten für Google Shopping oder Preisvergleiche aktualisieren.
- Newsletter vorbereiten. Wer sich bisher nur selten meldet, sollte vor der Hochphase einmal schreiben.
- Werbebudgets für November und Dezember festlegen.
Anfang November die Aktionen planen
Rabattaktionen um Black Friday gehören für viele Shops dazu. Sie sind aber keine Pflicht. Überlegen Sie vorher, welches Ziel Sie verfolgen. Neue Kunden gewinnen, Lager räumen oder Umsatz vorziehen sind drei verschiedene Absichten mit unterschiedlichen Aktionen.
- Aktionszeitraum und Rabatte festlegen und mit der Marge durchrechnen.
- Preisangaben prüfen. Bei einer Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern verlangt § 11 der Preisangabenverordnung die Angabe des niedrigsten Preises der letzten 30 Tage. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.
- Aktionsseiten und Banner vorbereiten, aber noch nicht freischalten.
- Rabattcodes im Shop anlegen und testen, auch die Kombination mit anderen Rabatten.
- Bestände der Aktionsartikel prüfen, damit beworbene Artikel nicht nach einer Stunde ausverkauft sind.
Ab Mitte November gilt die Änderungssperre
Ab jetzt gilt eine einfache Regel: Am Shop wird nur noch geändert, was dringend ist. Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen ja, neue Funktionen und große Umbauten nein. Diese Sperre sollte mit allen Beteiligten abgesprochen sein, auch mit Ihrer Agentur und Ihrem Hosting.
- Änderungssperre festlegen und kommunizieren, zum Beispiel vom 16. November bis 4. Januar.
- Ansprechpartner für Notfälle mit Telefonnummer festhalten, auch für das Wochenende.
- Überwachung einrichten, die meldet, wenn der Shop nicht erreichbar ist.
Black Friday und Cyber Monday Ende November
In diesen Tagen zählt Aufmerksamkeit. Schauen Sie mehrmals täglich auf Bestellungen, Fehlermeldungen und Rückfragen. Ein Fehler, der am Freitagmorgen auffällt, kostet weniger als einer, der erst am Montag entdeckt wird.
- Aktionen pünktlich freischalten und nach Ende wieder entfernen.
- Bestellungen, Zahlungseingänge und Lagerbestand täglich abgleichen.
- Kundenservice verstärken, Antworten auf häufige Fragen vorbereiten.
- Ergebnisse festhalten: Welche Aktion hat was gebracht?
Im Dezember zählen Versand und Service
Im Dezember geht es weniger um neue Kunden und mehr um Verlässlichkeit. Wer verspricht, dass ein Paket vor Heiligabend ankommt, muss das auch halten.
- Letzten Bestelltag für eine Lieferung vor Weihnachten im Shop gut sichtbar anzeigen, je Versandart.
- Nach diesem Stichtag auf Gutscheine hinweisen, die sofort per E-Mail ankommen.
- Rückgaben nach Weihnachten vorbereiten. Die gesetzliche Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Wer zu Weihnachten eine verlängerte Rückgabe anbietet, sollte die Bedingungen klar und schriftlich formulieren.
- Öffnungs- und Versandzeiten zwischen den Jahren auf der Website und im Unternehmensprofil angeben.
- Automatische Antworten für den Kundenservice an Feiertagen einrichten.
Nach den Feiertagen
Und noch etwas: Planen Sie Kapazität für die Retouren im Januar ein. Zurückgeschickte Geschenke landen nach den Feiertagen gesammelt bei Ihnen, und Kunden erwarten ihre Erstattung trotzdem zügig. Wer dafür keine Zeit eingeplant hat, beginnt das neue Jahr mit verärgerten Kunden.
Im Januar beginnt dann die Auswertung. Notieren Sie schon im Dezember, was gut lief und wo es gehakt hat, solange Sie sich noch erinnern. Ein kurzes Protokoll mit Datum und Ursache genügt. Aus diesen Notizen entsteht der Fahrplan für das nächste Jahr, und manche Punkte aus diesem Artikel können Sie dann schon im Sommer erledigen.
Wenn Sie Unterstützung bei der technischen Vorbereitung brauchen oder Ihr Shop vor der Hochphase noch einmal gründlich geprüft werden soll, finden Sie mehr unter Onlineshop erstellen lassen. Für Updates, Backups und Überwachung während der Feiertage gibt es unseren Bereich Hosting und Wartung.