Seit dem 20. Mai 2026 ist WordPress 7.0 verfügbar. Das Projekt hat die Version unter dem Namen „Armstrong“ veröffentlicht, wie in der offiziellen Versionsdokumentation nachzulesen ist. Ursprünglich war die Veröffentlichung für April geplant. Anfang April entschied das Kernteam, sich mehr Zeit für Tests zu nehmen.
Eine neue Hauptversion weckt zwei Reaktionen. Die einen klicken sofort auf „Jetzt aktualisieren“. Die anderen lassen das Update monatelang liegen. Beides ist nicht ideal. Dieser Beitrag zeigt, was Sie vor dem Update prüfen sollten und wie Sie es mit wenig Risiko durchführen.
Was neu ist
Die Ankündigung zu WordPress 7.0 nennt eine ganze Reihe von Neuerungen. Für Betreiber von Firmenwebsites sind vor allem diese interessant:
- Grundlagen für KI-Funktionen. Mit dem AI Client und der Abilities API bringt WordPress eine einheitliche Grundlage mit, über die Erweiterungen KI-Modelle ansprechen können. Externe Verbindungen werden in einer neuen Übersicht namens „Connectors“ verwaltet.
- Überarbeitetes Dashboard. Dazu gehört eine Befehlspalette, die sich mit Strg+K oder ⌘K öffnet.
- Neues im Editor. Zusätzliche Blöcke, Einstellungen zum Ein- und Ausblenden von Blöcken je nach Gerät, eigenes CSS pro Block und eine Seite zur Verwaltung von Schriften.
Das meiste davon betrifft den Bearbeitungskomfort. Für Besucher Ihrer Website ändert sich durch das Update selbst zunächst wenig. Umso mehr Grund, nicht zu hetzen.
Eine neue Hauptversion ist kein Notfall
Bei Sicherheitsupdates innerhalb einer Version gilt: schnell einspielen. Bei einer neuen Hauptversion ist die Lage anders. Hier ändern sich Funktionen und interne Schnittstellen, auf die Themes und Erweiterungen zugreifen. Nicht jeder Anbieter ist am ersten Tag fertig.
Es ist deshalb vernünftig, einige Wochen zu warten, bis die wichtigsten Erweiterungen Ihrer Website ausdrücklich mit 7.0 getestet sind. Gleichzeitig sollten Sie das Update nicht vergessen. Irgendwann setzen neue Versionen von Erweiterungen die aktuelle WordPress-Version voraus.
Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit: Prüfen Sie unter „Dashboard > Aktualisierungen“, ob automatische Updates für alle neuen Versionen eingeschaltet sind. Wenn ja, kann die Hauptversion ohne Ihr Zutun installiert werden. Entscheiden Sie bewusst, ob Sie das wollen.
1. Die PHP-Version prüfen
Mit Version 7.0 hebt WordPress die Mindestanforderung an. Laut dem Beitrag des Kernteams vom Januar braucht WordPress 7.0 mindestens PHP 7.4. Websites mit PHP 7.2 oder 7.3 bleiben bei Version 6.9. Empfohlen wird weiterhin PHP 8.3 oder neuer, so steht es auch auf der Seite mit den Anforderungen von WordPress.
Ihre PHP-Version finden Sie im Backend unter „Werkzeuge > Website-Zustand > Bericht“. Ist sie veraltet, sollten Sie zuerst PHP umstellen und erst danach WordPress aktualisieren. Zwei große Änderungen gleichzeitig machen die Fehlersuche unnötig schwer. Wie ein PHP-Wechsel ohne böse Überraschungen gelingt, haben wir im Januar anlässlich des Supportendes von PHP 8.1 beschrieben.
2. Erweiterungen und Theme durchgehen
Machen Sie eine Liste aller aktiven Plugins und des Themes. Prüfen Sie für jedes:
- Ist es noch in Pflege? Wann gab es das letzte Update? Eine Erweiterung, die seit Jahren nicht aktualisiert wurde, ist auch ohne neue WordPress-Version ein Risiko.
- Ist 7.0 als getestet angegeben? Im Plugin-Verzeichnis steht bei jeder Erweiterung, bis zu welcher Version sie getestet ist. Bei gekauften Erweiterungen hilft das Änderungsprotokoll des Herstellers.
- Gibt es bekannte Probleme? Ein Blick in das Support-Forum der Erweiterung zeigt schnell, ob andere nach dem Update Schwierigkeiten haben.
Besonders sorgfältig sollten Sie bei Page-Buildern, Shop-Erweiterungen und allem sein, was den Editor verändert. Hier sind Wechselwirkungen mit einer neuen Hauptversion am wahrscheinlichsten.
Deaktivierte Plugins, die Sie nicht mehr brauchen, löschen Sie am besten gleich. Sie werden selten aktualisiert und sind trotzdem auf dem Server.
3. Eine frische Sicherung anlegen
Vor jedem Hauptversions-Update gehört eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank dazu. Entscheidend ist nicht, dass irgendwo ein Backup existiert, sondern dass Sie wissen, wie Sie es zurückspielen. Wenn Sie das noch nie getestet haben, ist jetzt ein guter Zeitpunkt. Ein bewährtes Schema dafür ist die 3-2-1-Regel.
4. In einer Testkopie ausprobieren
Viele Hoster bieten eine Staging-Umgebung an, also eine Kopie der Website, die nicht öffentlich erreichbar ist. Dort spielen Sie das Update zuerst ein. Danach testen Sie die Dinge, die für Ihr Geschäft zählen:
| Bereich | Was Sie prüfen |
|---|---|
| Formulare | Kommt eine Testanfrage an, landet sie nicht im Spam? |
| Shop | Warenkorb, Kasse, Zahlungsarten, Bestellbestätigung |
| Anmeldung | Kundenkonten, Mitgliederbereiche |
| Editor | Lassen sich Seiten und Beiträge wie gewohnt bearbeiten? |
| Darstellung | Startseite, wichtige Unterseiten, Smartphone-Ansicht |
| Fehlerprotokoll | Tauchen neue PHP-Warnungen oder Fehler auf? |
Ohne Staging-Umgebung ist das Risiko höher. Dann sollten Sie das Update zumindest zu einer ruhigen Zeit einspielen, mit frischer Sicherung und genug Zeit für einen anschließenden Test.
5. Die Reihenfolge beim Update
Bewährt hat sich diese Abfolge:
- Sicherung erstellen und prüfen
- Erweiterungen und Theme auf den neuesten Stand bringen
- WordPress auf 7.0 aktualisieren
- Cache leeren, Website gründlich testen
- Fehlerprotokoll in den folgenden Tagen im Blick behalten
Bei Shops lohnt sich ein Zeitfenster mit wenig Bestellungen, etwa früh am Morgen unter der Woche. Planen Sie lieber eine Stunde mehr ein als nötig.
Spielen Sie das Update nicht kurz vor Feierabend am Freitag ein. Wenn etwas schiefgeht, wollen Sie Zeit und erreichbare Ansprechpartner haben.
6. Einen Plan für den Rückweg haben
Legen Sie vorher fest, was passiert, wenn etwas nicht funktioniert. Wer spielt die Sicherung zurück? Wie lange dauert das? Wer informiert Kunden, falls der Shop kurz nicht erreichbar ist? Ein Rückweg, der nur im Kopf existiert, funktioniert im Ernstfall selten.
Und die neuen KI-Funktionen?
Die KI-Grundlagen in WordPress 7.0 sind zunächst eine technische Basis. Was damit möglich wird, hängt von Erweiterungen ab, die darauf aufbauen. Bevor Sie eine solche Funktion einschalten, klären Sie, welche Inhalte an welchen KI-Anbieter übertragen werden und ob das mit Ihrem Datenschutz vereinbar ist. Das gilt besonders, wenn Kundendaten im Spiel sind.
Wenn Sie das Update nicht selbst durchführen möchten oder eine regelmäßige Pflege Ihrer WordPress-Website suchen, übernehmen wir das gern. Mehr dazu unter Hosting und Wartung.