Hosting & Sicherheit

WordPress-Wartung und was jeden Monat ansteht

Was bei der WordPress-Pflege jeden Monat ansteht: Updates in der richtigen Reihenfolge, Plugins, Benutzer, Website-Zustand, Funktionstest und Protokoll.

6 Min. Lesezeitturbo2web · seit 2003

WordPress ist schnell eingerichtet. Danach beginnt die eigentliche Arbeit, und die wird gern unterschätzt. Das System selbst, das Theme und jedes Plugin bekommen regelmäßig neue Versionen, oft mit geschlossenen Sicherheitslücken. Wer diese Updates monatelang liegen lässt, macht es Angreifern leicht.

Gleichzeitig ist blindes Aktualisieren auch keine Lösung. Ein Update kann ein Formular lahmlegen oder den Warenkorb stören. Die gute Nachricht: Mit einer festen Reihenfolge wird die Wartung zur Routine. Diese Checkliste zeigt, was jeden Monat ansteht und was seltener reicht.

Vor dem ersten Klick

1. Eine frische Sicherung anlegen

Bevor Sie irgendetwas aktualisieren, brauchen Sie eine aktuelle Sicherung von Dateien und Datenbank. Wie Sie Backups richtig aufbauen, haben wir in unserem Beitrag zur 3-2-1-Regel für Website-Backups beschrieben. Für die monatliche Wartung zählt vor allem eins: Die Sicherung muss von heute sein und sich zurückspielen lassen.

2. Den Website-Zustand ansehen

WordPress bringt unter Werkzeuge → Website-Zustand eine eigene Prüfung mit. Sie zeigt kritische Probleme und Empfehlungen, etwa eine veraltete PHP-Version, nicht funktionierende Hintergrund-Updates oder Fehlermeldungen, die für Besucher sichtbar sind. Ein Blick dorthin dauert eine Minute und zeigt, ob es Baustellen gibt, bevor Sie loslegen.

Updates in der richtigen Reihenfolge

3. WordPress selbst

Kleinere Wartungs- und Sicherheitsversionen spielt WordPress seit Langem selbstständig ein. Große Versionssprünge sollten Sie dagegen bewusst planen. Ein aktuelles Beispiel: Die Hauptversion 7.0 war für Anfang April angekündigt. Das Entwicklerteam hat die Veröffentlichung Anfang April verschoben, um Rückmeldungen aus den Tests einzuarbeiten. Ein neuer Termin stand zum Zeitpunkt dieses Beitrags noch nicht fest. Wenn die Version erscheint, lohnt es sich, einige Tage abzuwarten und erst die ersten Fehlerbehebungen mitzunehmen.

4. Plugins und Theme

Danach folgen die Erweiterungen. Aktualisieren Sie nicht alle zwanzig Plugins auf einen Schlag, sondern die wichtigen einzeln oder in kleinen Gruppen. Geht danach etwas schief, wissen Sie sofort, woran es lag. Seit WordPress 5.5 können Sie für jedes Plugin und Theme automatische Updates einschalten. Für kleine, gut gepflegte Erweiterungen ist das sinnvoll. Bei Shop und Formularen behalten Sie die Kontrolle lieber selbst.

Haben Sie ein eigenes oder angepasstes Theme, gilt besondere Vorsicht. Änderungen direkt im Theme gehen bei einem Update verloren, wenn sie nicht in einem Child-Theme liegen.

5. Übersetzungen

Sprachdateien für Plugins und Themes werden oft separat angeboten. Sie sind harmlos, sollten aber mitlaufen, damit keine englischen Textreste auf Ihrer Website auftauchen.

Nach den Updates

6. Die wichtigsten Wege testen

Jetzt kommt der Teil, der am häufigsten fehlt. Rufen Sie die Startseite auf, eine Unterseite und eine Seite mit vielen Bildern. Schicken Sie das Kontaktformular ab und prüfen Sie, ob die E-Mail ankommt. Betreiben Sie einen Shop, legen Sie ein Produkt in den Warenkorb und gehen Sie bis zur Zahlungsseite. Testen Sie auch auf dem Smartphone. Das dauert zehn Minuten. Es erspart Ihnen womöglich Tage ohne Anfragen.

7. Fehlerprotokoll und Erreichbarkeit

Viele Hoster zeigen im Kundenbereich ein Fehlerprotokoll. Neue Einträge nach einem Update sind ein Warnsignal, auch wenn die Seite äußerlich funktioniert. Ein einfacher Überwachungsdienst, der Ihre Website regelmäßig aufruft und Sie bei Ausfällen benachrichtigt, ergänzt die monatliche Kontrolle.

Aufräumen

8. Plugins und Themes löschen, die niemand braucht

Deaktivierte Plugins liegen weiter auf dem Server. Wird darin eine Lücke bekannt, ist sie trotzdem ein Risiko. Löschen Sie alles, was Sie nicht nutzen. Das geht schnell. Ein Standard-Theme als Ersatz darf bleiben, alte Designs aus früheren Jahren nicht.

9. Benutzerkonten prüfen

Wer hat Administratorrechte? Schauen Sie genau hin. Ehemalige Mitarbeitende, eine frühere Agentur oder ein Praktikant von vor drei Jahren haben dort nichts mehr zu suchen. Vergeben Sie nur so viele Rechte wie nötig. Eine Redakteurin, die Beiträge schreibt, braucht keinen Zugriff auf Plugins.

10. Spam und Datenbank

Spam-Kommentare und nicht abgeschickte Formulareinträge sammeln sich an. Leeren Sie diese Bereiche regelmäßig. Werkzeuge zur Datenbankbereinigung sind praktisch, sollten aber nur nach einer Sicherung laufen.

Nicht jeden Monat, aber regelmäßig

Einige Aufgaben müssen Sie nicht monatlich erledigen. Vergessen sollten Sie sie trotzdem nicht.

Aufgabe Rhythmus
Updates, Funktionstest, Benutzerkonten monatlich
Wiederherstellung eines Backups testen vierteljährlich
PHP-Version prüfen und Wechsel planen halbjährlich
Plugins auf Nutzen und Pflege durch den Hersteller prüfen jährlich
Zugänge zu Hosting, Domain und WordPress dokumentieren jährlich

Die PHP-Version verdient einen eigenen Blick. Laut php.net bekommt PHP 8.2 nur noch bis Ende 2026 Sicherheitsupdates. Läuft Ihre Website noch darauf, sollten Sie den Wechsel im Laufe dieses Jahres einplanen. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt unser Beitrag zum Ende von PHP 8.1.

Bei der jährlichen Plugin-Prüfung lohnt die Frage, ob eine Erweiterung noch gepflegt wird. Wurde sie seit Langem nicht aktualisiert, suchen Sie nach einer Alternative, solange noch kein Notfall besteht.

Wenn ein Update schiefgeht

Trotz aller Sorgfalt kommt es vor, dass nach einem Update eine Seite weiß bleibt oder eine Fehlermeldung zeigt. Dann hilft eine ruhige Reihenfolge. WordPress erkennt schwere Fehler in vielen Fällen selbst und schickt eine E-Mail an die hinterlegte Adresse des Administrators. Darin steht ein Link, über den Sie sich trotz des Fehlers anmelden und das verursachende Plugin deaktivieren können. Prüfen Sie deshalb, ob diese Adresse noch stimmt und regelmäßig gelesen wird.

Lässt sich die Ursache nicht schnell finden, spielen Sie die Sicherung vom Morgen zurück. Danach haben Sie Zeit, den Fehler in Ruhe zu untersuchen oder dem Hersteller des Plugins zu melden. Ein paar Stunden mit der alten Version sind besser als ein Tag ohne Website. Die Ursache läuft nicht weg.

Ein Protokoll führen

Schreiben Sie jeden Monat kurz auf, was Sie aktualisiert haben, welche Versionen jetzt laufen und ob es Auffälligkeiten gab. Eine Tabelle genügt. Taucht in drei Wochen ein Fehler auf, sehen Sie sofort, was sich zuletzt geändert hat. Das spart bei der Fehlersuche viel Zeit.

Selbst machen oder abgeben?

Mit etwas Übung schaffen Sie die monatliche Wartung einer kleinen Website selbst. Schwierig wird es bei Shops, vielen Erweiterungen oder eigenen Anpassungen. Dann lohnt sich eine Testumgebung, in der Updates vorher geprüft werden. Und es lohnt sich jemand, der im Fehlerfall weiß, was zu tun ist.

Wenn Sie die Pflege lieber abgeben möchten, finden Sie unter Hosting und Wartung mehr zu unserer Betreuung. Wir übernehmen Updates und Tests und melden uns, wenn etwas Ihre Aufmerksamkeit braucht.