Viele Shopbetreiber stecken ihre ganze Energie in Produktseiten. Das ist verständlich, denn dort wird gekauft. Bei Google sieht die Sache aber oft anders aus. Wer „Wanderschuhe Damen wasserdicht“ eingibt, möchte meist eine Auswahl sehen und nicht sofort ein einzelnes Modell. Genau diese Auswahl liefert eine gute Kategorieseite.
Kategorieseiten bündeln viele Produkte unter einem Begriff, nach dem Menschen tatsächlich suchen. Sie bleiben länger bestehen als einzelne Artikel, die ausverkauft oder ersetzt werden. Und sie sammeln über die Jahre Links und Vertrauen. In vielen Shops sind sie trotzdem kaum mehr als eine Überschrift und ein Raster aus Bildern. Hier verschenken Sie Besucher.
1. Kategorien nach Suchbegriffen ordnen
Die Struktur vieler Shops folgt der Warenwirtschaft. Dann heißen Kategorien „Serie 400“ oder „Zubehör B“, weil das intern so heißt. Kunden suchen aber mit ihren eigenen Worten. Prüfen Sie deshalb für jede wichtige Kategorie, unter welchem Begriff sie gesucht wird. Der Keyword-Planer in Google Ads und die Suchanfragen in der Search Console geben dafür gute Hinweise.
Ein typisches Beispiel mit erfundenen Werten: Ein Shop für Gartenbedarf führt eine Kategorie „Bewässerungstechnik“. Gesucht wird aber deutlich häufiger nach „Bewässerungssystem Garten“ und „Tropfschlauch“. Die Lösung ist nicht, alles umzubenennen. Oft reicht es, die Hauptkategorie verständlicher zu benennen und für den Tropfschlauch eine eigene Unterkategorie anzulegen, weil er ein eigenes Suchthema ist.
2. Titel, Überschrift und Adresse klar formulieren
Jede Kategorieseite braucht einen eigenen Seitentitel und eine eigene Hauptüberschrift. Beide nennen den Begriff, unter dem die Seite gefunden werden soll. „Damen-Wanderschuhe, wasserdicht und leicht“ sagt mehr als „Schuhe > Damen > Outdoor“.
Auch die Adresse sollte lesbar sein. /wanderschuhe-damen/ ist besser als /cat.php?id=4711. Ändern Sie bestehende Adressen aber nur mit Weiterleitungen, sonst verlieren Sie, was die Seite sich bereits erarbeitet hat.
3. Ein Einstiegstext, der hilft
Über der Produktliste genügen zwei bis vier Sätze. Sie sagen, was die Kategorie umfasst und für wen sie gedacht ist. Mehr Platz sollte dort nicht stehen, denn die meisten Besucher wollen zuerst die Produkte sehen.
Weiter unten ist Raum für Beratung. Welche Größe passt? Worin unterscheiden sich die Materialien? Woran erkennt man gute Qualität? Solche Texte helfen Kunden bei der Entscheidung und geben Google zusätzlich Kontext. Ein Absatz Füllmaterial mit dem Suchbegriff in jedem Satz hilft dagegen niemandem. Das merken Leser sofort. Dieselbe Regel gilt für Produktbeschreibungen.
4. Filter und Sortierung im Griff behalten
Filter sind für Kunden ein Segen. Für Suchmaschinen können sie zum Problem werden. Jede Kombination aus Farbe, Größe, Preis und Sortierung erzeugt eine eigene Adresse. Bei zehn Filtern mit je fünf Werten entstehen schnell Tausende Varianten derselben Produktliste.
Google beschreibt in seiner Anleitung zur Filternavigation mehrere Wege, damit umzugehen. Wenn Filterseiten nicht in die Suche sollen, ist das Sperren per robots.txt der wirksamste. Sollen ausgewählte Filterseiten gefunden werden, empfiehlt Google eine einheitliche Reihenfolge der Parameter und den Statuscode 404 für Kombinationen ohne Treffer.
In der Praxis bewährt sich eine einfache Unterscheidung:
| Filterkombination | Eigene Suchnachfrage? | Behandlung |
|---|---|---|
| Kategorie + Marke („Wanderschuhe Damen Marke X“) | oft ja | eigene, indexierbare Seite mit Titel und Text |
| Kategorie + Eigenschaft („wasserdicht“) | manchmal | prüfen, ggf. als eigene Unterkategorie |
| Farbe, Größe, Preisspanne | selten | nicht indexieren |
| Sortierung („Preis aufsteigend“) | nie | nicht indexieren |
Wichtig ist, dass Sie diese Entscheidung bewusst treffen. Viele Shopsysteme liefern eine Voreinstellung mit, die nicht zu Ihrem Sortiment passt.
5. Seitenzahlen richtig anlegen
Große Kategorien verteilen sich auf mehrere Seiten. Google empfiehlt in seiner Hilfe zur Paginierung, jede Seite unter einer eigenen Adresse erreichbar zu machen, etwa mit ?page=2, und die Seiten mit normalen Links zu verbinden. Ein häufiger Fehler ist ein Canonical-Verweis, der von allen Folgeseiten auf Seite 1 zeigt. Dann findet Google die Produkte auf den hinteren Seiten womöglich schlechter.
Auch „Mehr laden“-Knöpfe brauchen Aufmerksamkeit. Google klickt keine Knöpfe. Gibt es dahinter keine echten Links, bleiben Produkte für die Suchmaschine unsichtbar.
6. Kategorien untereinander verbinden
Eine Kategorieseite steht nicht allein. Eine Brotkrumen-Navigation („Startseite > Schuhe > Wanderschuhe Damen“) zeigt Besuchern und Google, wo die Seite im Shop steht. Querverweise auf verwandte Kategorien helfen Kunden, die noch nicht genau wissen, was sie suchen. Wer Regenjacken anschaut, interessiert sich vielleicht auch für Rucksäcke mit Regenhülle.
Achten Sie darauf, dass wichtige Kategorien nicht nur über verschachtelte Menüs erreichbar sind. Seiten, die von der Startseite und von anderen starken Seiten intern verlinkt werden, erhalten mehr Gewicht.
7. Dünne und doppelte Kategorien aufräumen
Mit den Jahren wachsen Shops in die Breite. Es entstehen Kategorien mit zwei Produkten, Aktionsseiten vom letzten Jahr und Unterkategorien, die fast dasselbe zeigen wie ihre Nachbarn. Gehen Sie einmal im Jahr durch die Liste:
- Fast leere Kategorien mit verwandten Kategorien zusammenlegen und die alte Adresse weiterleiten.
- Doppelte Themen zusammenführen, etwa „Outdoorjacken“ und „Jacken für draußen“.
- Saisonale Kategorien wie „Gartenmöbel Angebote“ nicht jedes Jahr neu anlegen, sondern dieselbe Adresse wiederverwenden.
- Vorübergehend leere Kategorien stehen lassen, mit einem Hinweis und Alternativen.
8. Wirkung in der Search Console prüfen
Ob Ihre Arbeit ankommt, zeigt die Search Console. Filtern Sie im Leistungsbericht nach den Adressen Ihrer Kategorien und beobachten Sie Impressionen, Klicks und die Suchbegriffe. Zeigt eine Kategorie viele Impressionen, aber wenige Klicks, lohnt sich ein Blick auf Titel und Beschreibung. Erscheint sie bei Begriffen, die Sie gar nicht bedienen, ist das ein Hinweis auf eine fehlende Unterkategorie.
Rechnen Sie mit Geduld. Änderungen an Struktur und Texten wirken nicht über Nacht. Nach einigen Wochen sehen Sie aber meist, in welche Richtung es geht.
Eine kurze Prüfliste
- Hat jede wichtige Kategorie einen Begriff, nach dem Menschen suchen?
- Sind Titel, Überschrift und Adresse eindeutig und lesbar?
- Steht über den Produkten ein kurzer Einstieg und darunter echte Beratung?
- Ist geregelt, welche Filterseiten in den Index dürfen?
- Sind die Folgeseiten über Links erreichbar?
- Wurden leere und doppelte Kategorien zusammengeführt?
Wenn Sie Ihren Shop neu aufstellen oder die Struktur überarbeiten möchten, finden Sie mehr unter Onlineshop-Entwicklung. Wie Kategorien und Inhalte gemeinsam bei Google sichtbarer werden, beschreiben wir unter SEO und KI-Sichtbarkeit.